Audi – Vorsprung durch Integrationstechnik
Die AUDI AG steigert die Effizienz ihrer IT-Infrastruktur durch konsequente Standardisierung. Im Bereich der Datenintegration nutzt der Automobilhersteller Informatica-Technologie, um wichtige Informationen zentral und verlässlich für Auswertungen bereitzustellen.
Audi, die Marke mit den vier Ringen am Kühler, ist einer der ältesten und traditionsreichsten Automobilhersteller in Deutschland. Der erste "Horch" von 1901 war noch komplett auf dem Reißbrett entstanden. Heutige Modelle haben dagegen einen Grad an Komplexität erreicht, der nur mit äußerst leistungsfähigen Rechnern zu bewältigen ist. Während die Fertigung immer aufwändiger wird, zwingt der Wettbewerb Automobilhersteller, zu möglichst geringen Kosten möglichst hochwertig zu produzieren. Um den individuellen Kundenwünschen gerecht zu werden, wachsen zudem die Modellpaletten ständig an. Neue Nischenprodukte wie SUVs, Roadster oder Mini-Vans werden zunehmend nachgefragt, während gleichzeitig die Modellzyklen immer schneller wechseln. Speziell für Premium-Anbieter wie Audi ist die frühzeitige Kenntnis der Kundenanforderungen und -wünsche, angefangen bei Ausstattungswünschen über Design bis hin zu Rückmeldungen aus den Werkstätten, daher von existenzieller Bedeutung. Dazu ist es notwendig, Daten von der Entwicklung eines Fahrzeugs bis zum Customer Relationship Management aus den unterschiedlichsten Rechnersystemen zu konsolidieren und auszuwerten. Zur Realisierung dieses Ziels setzt Audi auf Datenintegrationslösungen von Informatica.
Projekt / Herausforderung:
- IT soll die Erreichung von Konzernzielen unterstützen (Verdopplung der Verkaufszahlen in Nordamerika, Reduzierung der Kosten des Einkaufs um 1,5 %)
- Einführung schnellerer und effizienterer Prozesse mit weniger Brüchen und Schnittstellen
- Zentrale und zeitnahe Bereitstellung relevanter Informationen
- Konzernweite Standardisierung der IT-Integration
Benefits:
- Schnellere Realisierung von Datenintegrationsprojekten (50 Prozent Zeitersparnis)
- Höhere Integrationseffizienz durch ICC-Ansatz
- Erheblich verbesserte Qualität und damit Verlässlichkeit der Unternehmensdaten
Lösung:
- Informatica PowerCenter
- Integration Competency Center (ICC)
Mit Standardisierung ambitionierte Ziele erreichen
Von der Geschäftsführung des Automobilherstellers wurden ehrgeizige Ziele gesteckt: so sollten die Verkaufszahlen in Nordamerika, Asien und Europa durch neue Produktanläufe deutlich gesteigert und die Kosten parallel reduziert werden. Außerdem sollte ein zeitnahes und korrektes Berichtswesen die Manager in die Lage versetzen, fundierte Entscheidungen zu treffen. "Wir benötigten schnellere und effizientere Prozesse, die weniger Brüche und Schnittstellen aufweisen und uns so in die Lage versetzen, die Spanne bis zur Marktreife zu verkürzen", erinnert sich Mathias Stach, Leiter der Abteilung IT Architektur & IT Sicherheit der Audi AG. "Aus technischer Sicht war schnell klar, dass die Voraussetzung dazu korrekte, verlässliche und zentral verfügbare Unternehmensinformationen sind, die jederzeit einen Überblick über alle Aktivitäten ermöglichen."
Standardisierung ist für den Chief Architect der Audi Markengruppe der Schlüssel einer erfolgreichen IT-Strategie. Bestandteil seiner Strategie ist es, den Projekten relevante und fertig nutzbare Lösungsbausteine (Architektur, Technologie, Produkte) in einer operativ laufenden Umgebung zur Verfügung zu stellen. Bei der Entwicklung von Lösungsbausteinen beeinflussen die unterschiedlichen Grade der Wiederverwendung maßgeblich die Kosteneffizienz.
Am vorteilhaftesten ist eine gemeinsame, einheitliche Plattform für unterschiedliche Projekte. Nur dann kann die Integration außerhalb der eigentlichen Projektarbeit erfolgen und muss somit nur einmal durchgeführt werden. Der Werbeslogan des Unternehmens "Vorsprung durch Technik" bezieht sich auf die gesamte Organisation und IT ist die Basis dafür. Für die gesamte Audi-Gruppe werden diese Lösungsbausteine erstellt, die für alle Unternehmensteile nicht nur zur Verfügung stehen, sondern vielmehr obligatorisch sind.
Daten zentral verfügbar machen
Für Audi hat diese Vorgehensweise viele Vorteile. Zum einen spart das Unternehmen Zeit und Geld, da doppelter Aufwand vermieden werden kann, zum anderen wird zusätzlich eine homogenere IT-Infrastruktur erreicht. Projekte profitieren insbesondere von einer Verringerung des Aufwands und der Kosten, da vorkonfigurierte Hard- und Software genutzt werden kann, die die Architektur optimal unterstützt. Für das Unternehmen ergeben sich aus der Standardisierung und Wiederverwendung der Lösungsbausteine erhebliche Skalierungseffekte, die zu Einsparungen bei Entwicklung und Betrieb führen. Standardisierung findet in verschiedenen Technologiebereichen statt, etwa bei Web-Technologien, Anwendungsintegration, Enterprise Content Management, Business Intelligence und Data Warehousing. Jedes dieser Kompetenzzentren agiert sowohl für Audi als auch für VW, die Verantwortlichkeit für das Management der verschiedenen Zentren liegt jeweils bei einem Unternehmen - ein Grund mehr, Technologiestandards für die ganze Organisation zu entwickeln.
Im Bereich der Datenintegration heißt der Standard bei Audi seit 2002 Informatica. Vorausgegangen waren diverse erfolgreiche Testprojekte, in denen Informatica PowerCenter seine Leistungsfähigkeit, die Reduzierung von Risiken als auch die möglichen Kosteneinsparungen eindrucksvoll unter Beweis stellen konnte. Als Datenquellen für das Data Warehouse dienen verschiedene Oracle- und IBM-Datenbanken, Mainframes und Flatfiles. Die Daten werden mit Hilfe von PowerCenter transformiert, in ein Data Warehouse geladen und mit Hilfe eines analytischen Frontends von Business Objects ausgewertet. Das Data Warehouse bei Audi ist nach klassischem Muster dreigeteilt in ein Test-, ein Entwicklungs- und ein Produktionssystem. Basis ist eine IBM-DB2-Datenbank auf AIXServern. "Mit Informatica sammeln wir Daten von unserer stark verteilten IT-Umgebung und machen diese zentral verfügbar, damit sie für das Top-Management und CRM-Berichte genutzt werden können", so Stach.
Noch effizienter durch ICC-Konzept
Neben der Einführung der Softwareplattform entschloss man sich zur Implementierung eines Integration Competency Centers (ICC), einem Strategiekonzept, das ursprünglich von der Gartner, Inc. entwickelt wurde. Danach werden für ein Unternehmen individuelle Ansätze entwickelt und dann zentral umgesetzt, mit denen spezielle Fähigkeiten, Prozesse und Technologien verstärkt werden können, die für eine schnelle und kostengünstige Implementierung von Datenintegrationsprojekten eines Unternehmens erforderlich sind. Ein ICC ist letztlich ein Team innerhalb eines Unternehmens, das sich dem Thema Datenintegration verschrieben hat. Es gibt eine ganze Reihe möglicher Ansätze für die Entwicklung eines ICCs (einfache Projektoptimierung, Best Practices, Vereinheitlichung von Technologien bis hin zu verteilten oder zentralisierten Diensten), aber egal welchen Ansatz das Team wählt, alle weiteren Projekte profitieren von dem einmal gewonnen Know-how und den geschaffenen Strukturen. Einmal realisiert lassen sich die Lösungen mit minimalem Aufwand auf andere Abteilungen oder Landesgesellschaften übertragen.
Informatica hat schon frühzeitig die Vorteile des Gartner-Konzeptes erkannt und bietet mit seiner Produktpalette die idealen Werkzeuge zur Umsetzung eines ICC. Bei Audi kamen zuerst mehrere Anbieter in die Auswahl. Ein Team, gebildet aus den IT-Leitern von Audi, VW, der VW-Bank sowie der Einkaufsabteilung sammelte die Geschäftsanforderungen aus allen relevanten Abteilungen und entwickelte daraus eine Matrix. Den Ausschlag zugunsten von Informatica gab letztlich der laut Stach "holistische Ansatz". PowerCenter konnte mit der schnellsten und ausgereiftesten Technologie aufwarten und erwies sich als besonders stabil. Speziell für die Anforderung, als einheitliche Plattform für die Audi- und VW-Fertigungsstätten zu agieren, erwies sich die Informatica-Lösung als überlegen. Aktuell ist noch die PowerCenter- Version 6.2 im Einsatz. Aufgrund der positiven Erfahrungen ist jedoch eine Aktualisierung und gleichzeitige Ausweitung auf weitere Einsatzorte für das laufende Jahr geplant.
Einsparungseffekte erzielen
"Alles in allem haben wir uns für Informatica entschieden, weil es der stärkste Akteur am Markt ist", fasst Stach zusammen. "Mit Informatica ziehen wir den größten Nutzen aus unserer Investition und das Team hat uns während des Auswahlprozesses besser unterstützt als alle anderen Anbieter. Besonders beeindruckt hat uns das Wissen um Geschäftsprozesse anstelle der üblichen Technologiefokussierung."
Die Berichte für das Management-Cockpit werden hinsichtlich der Datenqualität ständig verbessert und vom Informationsgehalt erweitert - zu den abgedeckten Bereichen zählen etwa Kundentrends, Kaufmuster, Logistik und Teilemanagement, Produktionsmanagement sowie die Fähigkeit, die Vertriebsaktivitäten zu steuern. Durch die Einrichtung des ICC erwartet Audi erhebliche Kosteneinsparungen. Datenintegrationsprojekte lassen sich heute in der Hälfte der Zeit und in erheblich verbesserter Qualität umsetzen. Von den Veränderungen profitiert die gesamte Organisation - die jüngst abgeschlossene Einrichtung einer komplett neuen Abteilung, die sich nur mit Unternehmenssteuerung befasst, wäre ohne die zentrale Verfügbarkeit von verlässlichen Daten undenkbar gewesen.
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