Das Risiko von Fusionen und Firmenaufkäufen
Über fünfzig Prozent der Fusionen und Firmenaufkäufe werden der erwarteten Wertsteigerung nicht gerecht. Führungskräfte fusionierter Unternehmen versprechen Aktionären höhere Gewinne aufgrund einer höheren Marktbreite, Größenvorteile, Konsolidierung von Geschäftsabläufen und den stets schwer zu definierenden „Synergien”.
Gemäß der Boston Consulting Group1 jedoch führten 1992 bis 2006 rund 58 % der Fusionen und Firmenaufkäufe zu einem geringeren Gewinn der Aktionäre, was einem Nettoverlust von 1,2 % für alle Transaktionen entspricht.
Es wird erwartet, dass die meisten der Fusionen und Firmenübernahmen innerhalb von zwölf bis achtzehn Monaten Gewinn abwerfen. Um diesen knapp bemessenen Zeitrahmen einhalten zu können, sind ein umfassendes Risikomanagement und eine Risikoverminderung erforderlich. CIO und IT-Mitarbeiter sind für den Erfolg der Fusion ausschlaggebend, da sie die verschiedenen Systeme der Unternehmen miteinander verbinden. Oftmals werden jedoch die Daten ignoriert. Terabytes von Daten. Hunderte und sogar Tausende von Datenquellen. Daten in obskuren Formaten, auf die nicht problemlos zugegriffen werden kann. Daten in Tabellen. Daten von ungenügender Qualität. Daten, die nicht gefunden werden können. Daten, die niemand wirklich versteht oder erklären kann.
Um beispielsweise Geschäftsanwendungen zu konsolidieren, müssen Daten von einem System in ein anderes System migriert werden. Das ist jedoch nicht immer einfach, und viele Unternehmen scheitern bereits an dieser ersten Hürde. Bloor Research zeigt ernüchternde Zahlen auf: Über 80 % an Datenmigrationsprojekten schlagen fehl oder überschreiten Zeitplan und Budget, 64 % überschreiten den Zeitplan, und 37 % liegen über dem Budget.2 Wenn das Datenmigrationsprojekt fehlschlägt, schlägt auch die Initiative zur Konsolidierung von Systemen oder zur Integration von Geschäftsprozessen fehl. Zudem können die versprochenen Vorteile, wie eine höhere betriebliche Effizienz oder ein höherer Gewinn, nicht rechtzeitig umgesetzt werden, um den Erwartungen der Unternehmensführung und Aktionäre gerecht zu werden. Im schlimmsten Fall fällt der Aktienkurs, da die Fusion an der Börse als weiterer Fehlschlag gewertet wird.
Wie kommt es zu solchen Misserfolgen? Teams treffen Vermutungen zu Daten, die sich als falsch herausstellen.
| Alle erforderlichen Daten sind vorhanden. |
Erforderliche Daten fehlen. |
| Daten sind gültig. |
Die Datenqualität ist unzureichend. |
| Die Daten liegen in spezifischen Formaten vor. |
Die Daten liegen in unbekannten oder verschiedenen Formaten vor. |
| Systemschnittstellen werden dokumentiert. |
Es gibt keine Dokumentation für Systemschnittstellen. |
| Die erforderlichen Daten befinden sich in wenigen Systemen. |
Wichtige Daten sind über zahlreiche Quellsysteme verteilt und sind uneinheitlich. |
Wie können Unternehmen das Risiko verringern, dass Fusionen oder Firmenaufkäufe durch Datenprobleme zum Misserfolg werden? Es ist äußerst wichtig, die Datenzusammenfassung sorgfältig zu planen:
- Konzentrieren Sie sich von Anfang an, bereits während der Bewertung, die einem Firmenaufkauf vorausgeht, auf Datenprobleme.
- Stellen Sie sicher, dass Tools und Kenntnisse zur Datenintegration und Datenqualität vorhanden sind, um den unzähligen Datenproblemen Herr zu werden, die bei Fusionen und Firmeneinkäufen auftreten.
Informatica kann Sie bei beiden Schritten unterstützen.
1„The Brave New World of M&A”, Boston Consulting Group, Juli 2007
2„Data Migration in the Global 2000”, Bloor Research, September 2007